Doppelangriff
Unter einem Doppelangriff versteht man den gleichzeitigen Angriff einer Figur auf zwei ungedeckte gegnerische oder höherwertige Figuren. Oder der Angriff auf eine Figur, verbunden mit dem gleichzeitigen Aufstellen einer Drohung (z.B. eine Matt-Drohung).

Im Diagramm zieht die weiße Dame von d1 nach d5 und greift
gleichzeitig König und Turm an. Der König muß zur Seite ziehen und Weiß gewinnt den Turm.
Diagramm 2 ist ein Beispiel für den Angriff auf eine Figur und eine
gleichzeitige Mattdrohung.

Die weiße Dame zieht in diesem Fall auf d4 und droht auf g7 Matt zu setzen. Schwarz kann dieser Drohung zwar mit f6 begegnen, verliert dann allerdings seinen Turm auf a7.
Der Vorteil des Doppelangriffs liegt auf der Hand: es ist nur in den seltensten Fällen möglich beide Figuren zu decken oder eine Drohung abzuwehren und gleichzeitig die angegriffene Figur in Sicherheit zu bringen. Bei einem einfachen Angriff ist die Abwehr wesentlich einfacher.Dies bedeutet, daß man in der Regel mit einem Doppelangriff Material gewinnt.
Ein Doppelangriff ist aber nicht in Verbindung mit gegnerischen Figuren möglich. Wenn eine Figur z.B. gleich zwei Felder angreift, auf denen sie Matt bieten kann, dann hat der Gegner normal keine Möglichkeit mehr beide Felder zu schützen. Im folgendem Diagramm zieht die Dame auf f6 und droht auf g7 und h8 Matt.

Schwarz kann nur das Matt auf g7 mit Turm g4
verhindern wird dann aber auf h8 mattgesetzt.
Gabeln:
Die bekanntesten Spielarten des Doppelangriffs sind die sogenannten Gabeln, z.B. Bauerngabel, Springergabel ect.. Eine Gabel ist der gleichzeitige Angriff eines Steins in zwei oder mehr
Richtungen, die beiden ersten Beispiele waren eigentlich auch Gabeln.

Bei der Bauerngabel beispielsweise greift ein Bauer zwei schräg vor ihm stehende Figuren gleichzeitig an. Da ein Bauer eine Einheit von geringem Materialwert ist, bringt dieser Angriff für den Gegner große Gefahr. Wie im Diagramm, dort greift Weiß
mit g4 den schwarzen Springer und den schwarzen Läufer an.
Wesentlich schwerer zu Erkennen ist die Springergabel

Zum einen ist das Gebiet, das abgedeckt wird wesentlich größer.
Allerdings sind die Springerzüge wesentlich schwerer zu überblicken.
Seine L-förmigen Züge und die Tatsache, daß er andere Figuren
überspringen kann, tragen dazu bei, daß eine Springergabel wesentlich häufiger übersehen wird. Hier gewinnt Weiß nach Springer c7 mit Schachgebot den Turm auf a8.
Spieß:
Eine weitere bekannte Form des Doppelangriffs ist der sogenannte "Spieß". Beim Spieß greift eine langschrittige Figur (Dame, Turm oder Läufer) zwei hintereinander stehende Figuren an. Zieht die erste Figur weg, so kann der Angreifer immer noch die zweite Figur schlagen. In folgendem Diagramm ist nach Tc1 einer der Springer verloren.

Doppelangriff mit zwei Figuren:
Als Doppelangriff kann man auch den gleichzeitigen Angriff zweier Figuren auf eine gegnerische Figur bezeichnen. Wichtiges Beispiel hierfür ist das Doppel-Schach, ein Doppelangriff auf den König. Das zweifache Schachgebot erschwert die Verteidigung des Königs, denn in einem
solchen Fall muß der König wegziehen. Folgendes Diagramm zeigt ein solches Doppelschach,

nach Lb5 bieten sowohl die Dame als auch der Läufer
Schach. Der König hat nur ein einziges Fluchtfeld und kann nur nach d8 ausweichen.
Doppelangriffe des Springers sind keine Seltenheit und sehr schwer zu erkennen,da sie meist mit einer Kombination vorbereitet werden,also Vorsicht!